Jana Schlütter

freie Wissenschaftsjournalistin

Vom Umgang mit Quellen

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Endlich. Die Geschichte ist fertig, alles hat seinen Platz, es liest sich gut. Also schnell abschicken? Oder erst von den zitierten Forschern gegenlesen lassen? In den letzten Wochen hat sich darum eine engagiert geführte Diskussion unter Wissenschaftsjournalisten und Forschern entsponnen. Eine gute Zusammenfassung findet sich im Blog “The Panic Virus”.

Die meisten deutschen Wissenschaftler sind heilfroh, wenn sie gegenlesen dürfen. Natürlich geht es dabei nicht darum, ganze Artikel zur Freigabe vorzulegen. Erst recht nicht, wenn es um kontroverse Themen geht. Aber in Passagen über komplexe Experimente/ Theorien / Zusammenhänge schleichen sich allzu schnell Fehler ein. Den meisten Artikeln tut es gut, wenn ein Experte die entsprechenden Absätze noch einmal liest. Auf Wunsch lege ich auch wörtliche Zitate vor.

Beides hindert einen nicht daran, zu Studie xy eine zweite Meinung von einem unbeteiligten Wissenschaftler einzuholen. Wo also ist das Problem? Zeigt die Debatte einfach einen Unterschied zwischen anglo-amerikanischem und deutschen Journalismus? Hierzulande werden ja ganze Interviews autorisiert … auch wenn die Antworten auf Band vorliegen. So manchem amerikanischen Kollegen dürften sich bei der Vorstellung die Nackenhaare aufstellen.

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